Inhalt

Trigeminus-Neuralgie

Gesichtsneuralgien sind eine besonders schwere Form des Nervenschmerzes. Gesichtsschmerzen, die durch den fünften Hirnnerv (Nervus trigeminus), der für das Berührungsempfinden im Gesicht verantwortlich ist, ausgelöst werden, nennt man Trigeminus-Neuralgie. Jährlich erkranken - meist im Alter von 40 bis 60 Jahren - vier von 100.000 Einwohnern neu an Trigeminus-Neuralgien, davon ein Drittel mehr Frauen als Männer.

Symptome

Im erkrankten Nervengebiet kommt es zu attackenweise auftretenden Schmerzsalven mit heftig in das Gesicht einschießenden Schmerzen ("Messerstich"). Diese Schmerzattacken können spontan auftreten, werden jedoch häufig durch so genannte "Trigger" wie Kauen, Zähneputzen, Essen oder Trinken, Berührung oder einen Windhauch ausgelöst. Es bestehen schmerzfreie Intervalle zwischen den Anfällen.

Die Ursache der Trigeminus-Neuralgie liegt in einer anhaltenden Reizung des Trigeminus-Nervs. Dabei unterscheidet man zwei Formen: Die essentielle (idiopathische) Form und die symptomatische Form.

Essentielle (idiopathische) Form

Diese Neuralgie-Form tritt meist nach dem 50. Lebensjahr bevorzugt bei Frauen auf. Idiopathisch oder essentiell heißt dabei "ohne erkennbare Ursache" entstanden, bzw. die Ursache ist nicht nachweisbar.

Die Krankheitsentstehung wird kontrovers diskutiert: Entweder wird der betroffene Nervenabschnitt durch benachbarte Blutgefäße "eingeengt" (Kompression) und damit mechanisch irritiert, oder die Blutgefäße dieser Nervenregion selbst sind entzündet.

Symptomatische Form

Diese Neuralgien treten als Symptom von unterschiedlichen Erkrankungen auf, z. B.

  • Augenerkrankungen wie Grüner Star (Glaukom)
  • Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
  • Zahnerkrankungen
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Hirntumore
  • Multiple Sklerose
  • mechanische Nervenschädigungen
  • knöcherne Veränderungen der Schädelbasis usw.

Meist besteht nach deren Abklingen ein Dauerschmerz.

Therapie

Sind Veränderungen im Bereich der Nerven selbst ausgeschlossen (z. B. Tumore, Multiple Sklerose), sind die Schmerzattacken nur mit Medikamenten anzugehen:

  • Als besonders wirksam haben sich manche Antikonvulsiva erwiesen. Die Behandlung sollte in ausreichend hoher Dosierung und über einen längeren Zeitraum erfolgen.
  • Neben den Antikonvulsiva werden in manchen Fällen vorübergehend Opioide eingesetzt.
  • Als weitere Maßnahmen kommen Nervenblockaden und Akupunktur in Betracht.
  • Bei ausbleibendem Erfolg werden als letzte Möglichkeit operative Verfahren (z. B. Freilegung des eingeengten Trigeminusnervs) angewendet.

[weiter ...]