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Rückenschmerzen
Das Volksleiden Rückenschmerz grassiert wie eine Epidemie und stellt nicht nur für die Betroffenen ein Riesenproblem dar. Vier von fünf Erwachsenen haben es im Laufe ihres Lebens ein oder mehrmals "im Kreuz". Fünf Prozent der Bevölkerung leiden ständig an Rückenschmerzen. Bei den Gründen für Fehlzeiten am Arbeitsplatz steht diese Zivilisationskrankheit bei Männern an erster und Frauen an zweiter Stelle. Manche fallen nur für kurze Zeit aus, zahlreiche andere leiden jedoch ständig an Rückenschmerzen. Besonders brisant ist, dass das Volksübel bereits im jungen bis mittleren Lebensalter (24 bis 35 Jahre) auftritt und bei etwa 70 Prozent chronisch wird.
Einteilung
Man teilt Rückenschmerzen in zwei verschiedene Formen ein:
- Rückenschmerzen, die von Knochen, Muskeln und Bändern ausgehen
- Rückenschmerzen, die von den Nerven ausgehen, z. B. beim Bandscheibenvorfall
Ursachen
Neben verschleißbedingten Erkrankungen der Wirbelsäule sind Bewegungsmangel, Übergewicht und eine falsche Sitzhaltung häufige Auslöser für Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfälle. Um das Übel langfristig in den Griff zu bekommen, müssen intensive Programme zum Einsatz kommen, die schon die Entstehung von Rückenschmerzen verhindern. Menschen in "sitzenden Berufen" sollten z. B. ihre Sitzhaltung häufig ändern, öfter aufstehen und herum gehen sowie auf geeignete Sitzmöbel achten.
Bandscheibenvorfall
Zwischen den beweglichen Wirbeln der Wirbelsäule sitzen elastische Zwischenwirbelscheiben - die Bandscheiben. Sie federn die senkrechten Bewegungen der Wirbelsäule ab und sorgen für Beweglichkeit und Flexibilität. Bei hohen Belastungen werden sie besonders strapaziert und sind somit verschleißgefährdet. Reißt der äußere Knorpelring der Bandscheibe, dann wölbt sich der weiche gallertartige Bandscheibenkern in Richtung Wirbelkanal vor und kann dort auf die Nervenfasern drücken, die aus dem Rückenmark entspringen oder hinein münden: Man nennt das Bandscheibenvorfall.
Dies kann heftige neuropathische Schmerzen auslösen. Die Schmerzen sind meist stechend oder ziehend und strahlen häufig in die Beine oder Füße aus. Oft kommt es auch zu Gefühlsstörungen wie Taubheit oder "Ameisenlaufen". Jede Bewegung verstärkt die Beschwerden, die Schmerzen nehmen auch im Sitzen, beim Husten, beim Lachen sowie beim Stuhlgang zu, während sie im Liegen abnehmen.
Behandlung bei einem Bandscheibenvorfall
Die Rückenschmerzen erfordern nur selten eine chirurgische Entfernung der Bandscheibe. In der Regel genügt eine vorübergehende Schmerzbehandlung mit einfachen Schmerzmitteln oder so genannten Opioiden.
Auch eine gezielte Bewegungstherapie (Krankengymnastik) hat einen entscheidenden Einfluss auf den Therapieerfolg. Es empfiehlt sich, langfristig aktiv die Rückenmuskulatur zu stärken. Für Rückenschmerzpatienten ist der ausgewogene Wechsel zwischen Aktivität und Bewegung einerseits und Passivität mit genussvoller Ruhe und Muße andererseits außerordentlich wichtig.