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Borrelien-Infektion
Krankheitsbild
Borrelien sind Bakterien, die im Verdauungstrakt von Zecken vorkommen. In Risikogebieten (z. B. dem Bodenseeraum) sind ca. 20 – 30 % der Zecken infiziert. Durch einen Zeckenstich können die Borrelien in den menschlichen Körper gelangen.
Der Krankheitsverlauf kann sehr unterschiedlich sein. Man unterscheidet drei Krankheitsstadien:
Stadium 1
Die Erkrankung beginnt üblicherweise mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen. Lymphknotenschwellungen und Fieber können, müssen aber nicht auftreten.
Typischerweise zeigt sich eine umschriebene Hautrötung um die Einstichstelle, die Erythema chronicum migrans oder auch "Wanderröte" genannt wird. Die ringförmige Rötung breitet sich gleichmäßig in alle Richtungen aus und verblasst um die Einstichstelle, daher der Name. Die Wanderröte klingt innerhalb einiger Wochen vollständig ab.
Stadium 2
Wochen bis Monate nach dem Stich kommt es bei ca. 10 Prozent der Infizierten zu Entzündungen der Gelenke, Nerven und Muskeln. Typisch für dieses Stadium sind Kribbeln, Taubheitsgefühl und vor allem nachts auftretende starke brennende Schmerzen im Bereich der Arme, Beine und gürtelförmig am Rumpf. Auch eine einseitige Lähmung des Gesichtsnervs (Fazialis-Parese) ist möglich.
Stadium 3
Monate bis Jahre nach dem Zeckenstich kann die Erkrankung in ein Spätstadium übergehen. Charakteristisch für dieses Stadium sind Hautveränderungen und/oder Gelenkprobleme.
Behandlung
Die Zecke sollte so schnell wie möglich entfernt werden. Dies kann z. B. mit einer Zeckenzange oder einer Pinzette geschehen. Wichtig ist dabei, die Zecke möglichst nahe an der Haut zu fassen. Sie sollte nicht gequetscht oder gedreht werden. Ein "Ersticken" der Zecke mit Öl, Kleber o. Ä. sollte unterlassen werden, da die Zecke hierbei ihren erregerhaltigen Speichel in den Stichkanal einbringen könnte.
Konsultieren Sie einen Arzt/ eine Ärztin, um mit ihm/ ihr gemeinsam zu entscheiden, ob die Einnahme eines Antibiotikums angezeigt ist. Dabei muss das Risiko einer Infektion mit dem möglichen Auftreten von Arzneimittel- Nebenwirkungen gegeneinander abgewogen werden. Bei Auftreten klinischer Zeichen ist jedoch die sofortige Antibiotikagabe erforderlich.
Für die Behandlung der Nervenschmerzen im Stadium 2 werden die folgenden Medikamente und Therapiemaßnahmen eingesetzt:
- Antikonvulsiva
- Antidepressiva
- Opioide
- sowie physikalische Maßnahmen
eingesetzt.
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