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Neuropathische Schmerzen
In Deutschland werden rund 7,5 Millionen
Menschen von chronischen Schmerzen gequält. Etwa ein Viertel davon
leidet unter Nervenschmerzen – den so genannten neuropathischen Schmerzen.
Begriffserklärung - was sind neuropathische Schmerzen?
Wird ein Nerv verletzt oder einem länger dauernden Reiz ausgesetzt, können die so genannten neuropathischen Schmerzen ausgelöst werden. Dabei wird der Nerv überempfindlich und reagiert schon beim geringsten Anlass (zum Beispiel durch Berührung oder bei einem Windhauch) mit einer Schmerzempfindung. Diese Überempfindlichkeit kann auch auf benachbarte Nerven übergreifen, so dass ein großes empfindliches Areal entsteht.
Neuropathische Schmerzen sind chronische Schmerzen. Von chronischen Schmerzen oder einer Chronifizierung spricht man, wenn die Schmerzen länger als drei bis sechs Monate bestehen. Im Gegensatz zu akuten, plötzlich einsetzenden Schmerzen hat hier der Schmerz als Warnsignal oft keine Funktion mehr. Er hat sich verselbstständigt und ist nutzlos geworden. Während die ursprüngliche Ursache des Schmerzes meist schon lange nicht mehr besteht, ist der Schmerz selbst zur Krankheit geworden.
Weitere Informationen zu chronischen Schmerzen finden Sie auf unserem umfassenden Schmerzinformationsdienst www.schmerz-tipps.de
Neuralgien
Eine Sonderstellung bei den neuropathischen Schmerzbildern nehmen die so genannten Neuralgien ein. Dies sind Schmerzen, die auf das Ausbreitungsgebiet eines bestimmten Nervs beschränkt sind, z. B. Gesichtsneuralgien oder Neuralgien nach einer Gürtelrose. Oft ist aber eine eindeutige Unterscheidung zwischen "neuropathischen Schmerzen" und "Neuralgien" nicht möglich, es wird auch darüber diskutiert, ob Neuralgien nicht letztlich die erste Phase, also die Vorform, einer Neuropathie darstellen.
Ursachen
Normalerweise werden Schmerzen durch äußere Reize wie Gewebsverletzungen oder Entzündungen hervorgerufen. Anders bei neuropathischen Schmerzen: Hier sind die Nervenfasern selbst geschädigt oder zerstört. Der Nerv meldet keine Gewebsschädigung mehr, sondern seine eigene Funktionsstörung oder krankhafte Veränderung. Bei Neuropathien kann nur ein einzelner (Mononeuropathie, mono = eins), aber auch mehrere Nerven (Polyneuropathie, poly = viel) beteiligt sein.
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Beschwerden
Neuropathische Schmerzen treten oft sehr plötzlich und heftig auf: Sie sind oft einschießend, kurz und attackenförmig: Häufig werden sie als "messerscharf" und "brennend" beschrieben. Eine extreme Berührungsempfindlichkeit und Missempfindungen wie Taubheit und Kribbeln können hinzukommen.