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News vom 24.4.2007

Ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch trägt wesentlich zur Erkennung von Nervenschmerzen bei

Eine weltweite Umfrage zeigt, wie bedeutend ein eingehendes Gespräch zwischen dem Arzt und seinem Patienten für die richtige Erkennung von Nervenschmerzen ist.

Ärztemarathon bis zur richtigen Diagnose

Eine in sieben Ländern durchgeführte Untersuchung zeigt, dass viele Ärzte Schwierigkeiten haben, Nervenschmerzen – die so genannten neuropathischen Schmerzen – richtig zu erkennen. Zu den an der Befragung beteiligten Ländern gehörten Großbritannien, Deutschland, Italien, Korea, Mexiko, Spanien und Finnland.

Die Studie machte außerdem klar, dass viele Patienten einen langen Leidensweg hinter sich haben, bis die Ursache ihrer Schmerzen erkannt wird. Die meisten Betroffenen müssen zwei oder mehr Ärzte aufsuchen. Oft vergeht sogar ein Jahr oder länger bis die richtige Diagnose gefunden ist.

Den Studienergebnissen zufolge warten Schmerzpatienten im Durchschnitt zwischen rund sechs bis 19 Monate, bis sie das erste Mal wegen ihrer Schmerzen einen Arzt aufsuchen. Die meisten hoffen, dass die Schmerzen wieder von selbst verschwinden würden. Auch wenn die Betroffenen einen Arzt besucht haben, kann eine eingeschränkte oder ineffektive Kommunikation das Erkennen von Nervenschmerzen weiter verzögern.

Nervenschmerzen sind oft schwer zu erkennen

Die meisten der befragten Ärzte waren Allgemeinmediziner und gaben an, dass ihnen die Erkennung von Nervenschmerzen Probleme bereite. Das läge vor allem daran, dass es schwierig sei, zwischen neuropathischen Schmerzen und anderen Schmerzarten zu unterscheiden. Doch gerade diese Unterscheidung ist wichtig für eine erfolgreiche Behandlung. Eine Therapie, die bei anderen Schmerzarten hilft, verschafft Patienten mit Nervenschmerzen oft keine Linderung.

Mitarbeit der Patienten wichtig

Die Untersuchung zeigte, dass Ärzte, die Nervenschmerzen richtig erkannten, häufig mit ihren Patienten bestimmte Themen besprachen. Patienten können ihren Arzt unterstützen, indem sie sich auf folgende Fragen vorbereiten oder diese ansprechen:

  • Beschreiben Sie die Intensität und Dauer und auch, wie Sie den Schmerz empfinden. Verwenden Sie am besten spezifische Adjektive wie „Ameisenlaufen", „brennend", „stechend", „bohrend“, „dumpf“, „taub" oder „wie elektrische Schläge") usw. [abbr und so weiter], um den Schmerz zu beschreiben.
  • Teilen Sie Ihre gesamte Krankengeschichte mit. Nervenschmerzen können zum Beispiel eine Komplikation der Zuckerkrankheit, einer Herpes- oder HIV[abbr Humanes Immundefizienz Virus]-Infektion, von Krebs, Verletzungen oder Operationen sein.
  • Beschreiben Sie, wo Sie den Schmerz in Ihrem Körper fühlen.

Die Umfrage legt nahe, wie bedeutend ein ausführliches Gespräch zwischen Arzt und Patient für die frühe und richtige Erkennung von Nervenschmerzen ist. Auch Patienten können viel dazu beitragen, dass die Ursache ihrer Schmerzen schnell erkannt wird, indem sie ihrem Arzt die Art ihrer Schmerzen, ihre Krankengeschichte und die Schmerzlokalisation mitteilen.

Fragebögen für Patienten

Um Ärzte bei der Erkennung von Schmerzen zu unterstützen, haben Wissenschaftler außerdem Schmerzfragebögen für Patienten entwickelt, die sie vor einem Arztbesuch ausfüllen und zu diesem mitbringen können. Auf diesen Fragebögen können sie verschiedene Fragen zu ihren Schmerzen beantworten, unter anderem auch Fragen zu den drei oben genannten Hauptthemen. Das hilft den Ärzten dabei, sich einen schnellen und gleichzeitig detaillierten Überblick über die Schmerzen zu verschaffen.

Hier finden Sie den Schmerztest der Deutschen Schmerzliga e. V. zu chronischen Schmerzen, den Sie ausfüllen und mit Ihrem Arzt besprechen können.

PDF nicht barrierefreiPDF-Download: "Schmerztest" (543 KB)

Daneben gibt es spezielle Fragebögen, in denen gezielt nach Nervenschmerzen gefahndet wird, zum Beispiel den so genannten painDETECT-Fragebogen. Der painDETECT hilft den Ärzten dabei, das oft nur sehr schwer erfassbare Krankheitsbild von Nervenschmerzen richtig zu erkennen. Am besten, Sie erkundigen sich bei Ihrem Arzt danach.

Quelle:

  • The Neuropathic Pain Network and Pfizer. Neue weltweite Umfrage zeigt die entscheidende Bedeutung einer effektiven Arzt-Patienten-Kommunikation für die richtige und rechtzeitige Erkennung von neuropathischen Schmerzen. www.presseportal.de, 01.03.2007

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